Das Rittergut

Das ehemalige Rittergut Ostenwalde befindet sich bereits seit dem 14. Jahrhundert in Familienbesitz. Der Ursprung des herrschaftlichen Anwesens liegt vermutlich in einer Burg, die zum Schutz eines Passes zwischen dem Moseler Berg im Norden und der Diedrichsburg im Süden angelegt wurde. Das heutige Gutshaus wurde auf den alten Grundmauern der Burg errichtet und ist seit 1343 als Sitz der Familie von Vincke bezeugt. Gut Ostenwalde ist wie viele andere Rittersitze zur Zeit des Barocks zu einem dreiflügeligen Herrenhaus mit offenem Ehrenhof ausgebaut worden. Das Hauptgebäude, der zweigeschossige Westflügel, stammt aus dem Jahr 1698. Im Jahr 1780 wurde der Mittelbau, Anfang des 20. Jahrhunderts der Ostflügel mit dem malerischen Turm erneuert. Heute wohnen drei Generationen der Familie Freiherr von Vincke-Graf von Perponcher auf Gut Ostenwalde.

Historische Meilensteine

1945

Am 5. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, besetzten britische Truppen 8 Tage das Gutshaus. Sechs Wochen später musste die Familie Gerhard Freiherr von Vincke das gesamte Anwesen räumen. Der Oberbefehlshaber des britischen Besatzungsgebietes, Feldmarschall Bernard Montgomery, richtete hier sein Hauptquartier ein. Auch seine Nachfolger Luftmarschall Sir Sholto Douglas und General Robertson haben hier bis Anfang der fünfziger Jahre gewohnt. Bis zum Herbst 1957 diente Ostenwalde den Engländern für kirchliche Seminare als „Church House“. Erst nach 12 Jahren wurde es der Familie Freiherr von Vincke zurückgegeben.

1905

Walter von Vincke erbaute 1905-1908 den Ostflügel des Hauses.

1846

Ludwig Freiherr von Vincke war der 1. Oberpräsident der Provinz Westfalen, die seinem Schaffen ihre wirtschaftliche Entfaltung verdankt. Reichsfreiherr vom und zum Stein förderte von Vincke aufgrund seiner vielfältigen Befähigungen. Ludwig Freiherr von Vincke wurde vor nicht allzu langer Zeit in die westfälische Ehrengalerie als Staatsmann der Provinz Westfalen aufgenommen; sein Sohn Georg war preußischer Parlamentarier, er bot Otto von Bismarck die Stirn und duellierte sich 1852 mit ihm.

1845

Ernst VI. von Vincke vergrößerte Ostenwalde und erbaute 1845 die Diedrichsburg.

1759

Ernst Idel Jobst V. von Vincke, Domdechant von Minden, wurde 1759 von Friedrich dem Großen in sein Amt eingesetzt und von ihm als außerordentlicher Gesandter nach Kopenhagen geschickt. 1780 erbaute er den Mittelflügel und machte Ostenwalde zu einem Fideikommiss. Er starb 1813.

Bereits 1815, in der Schlacht bei Waterloo, trafen sich die Familien Freiherr von Vincke und Graf von Perponcher. Ernst Freiherr von Vincke führte die hannoverschen Truppen und ein Vorfahre der Familie von Perponcher die Oranier in die Schlacht bei Waterloo.

1722

Idel Jobst III. von Vincke verfasste 1722 die Osnabrücker Eigentumsordnung. In Ostenwalde legte er den Grundstein für die heutige Bibliothek. 1698 erbaute er bereits den Westflügel des Hauses.

Erste Erwähnungen

Urkundlich wurden die Familie Freiherr von Vincke und das Gut Ostenwalde erstmalig im Jahre 1343 erwähnt. Ein Grabstein in Melle-Oldendorf aus dem Jahre 1310 belegt, dass die Familie Freiherr von Vincke wahrscheinlich schon Ende des 13. Jahrhunderts in Ostenwalde lebte. In Melle-Riemsloh wurde ein Grabstein von Ritter Heinrich Vincke aus dem Jahre 1265 gefunden.